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Umweltfreundliche Reinigung

Die Reinigung nach dem Läppen verursacht verschiedene Probleme. Sowohl polare als auch unpolare Verunreinigungen müssen entfernt werden. Hierzu wird eine Technologie eingesetzt, die hohe Reinigungsqualität mit Umweltschutz verbindet.

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Die EgaClean 4200 weist beachtliche technische Spezifikationen auf.

Die EgaClean 4200 weist beachtliche technische Spezifikationen auf.

Die Oberflächenreinigung ist ein wichtiger Bestandteil des Produktionsprozesses geworden. Man verwendet generell nicht chlorierte, organische Lösemittel zur Abreinigung von unpolarem Schmutz (z. B. Mineralöle) oder wasserbasierte Reinigungsmittel zur Entfernung von polaren Verunreinigungen (z. B. Salze). Zu diesem Zweck bietet Amsonic zwei Technologien an - die automatisierten Reinigungsanlagen CleanLine und EgaClean.

Reinigung an Material und Verunreinigung angepasst

Die Partikelverschmutzung ist bei Diesel-Einspritzdüsen der neuen Generation ein kritischer
Faktor, da die vorhandenen Bohrungen sehr klein sind. Es ist sehr wichtig, diese Partikel komplett abzureinigen. Das hierfür verwendete Reinigungskonzept beinhaltet eine Ultraschall-Tauchreinigung in einem wasserbasierten Reinigungsmittel, welches speziell an das entsprechende Material und die Verunreinigung angepasst wird. Das Reinigungsverfahren besteht aus folgenden Prozessschritten:

• Ultraschallreinigung 3 Min.

• Ultraschallreinigung
3 Min.

• Spülung 3 Min.

• Spülung mit DI-Wasser 3 Min.

• Passivierung 3 Min.

• Warmlufttrocknung 5 Min.

• Vakuumtrocknung 3 Min.



Die vollautomatisierte Reinigungsanlage wird über PC gesteuert.

Reinigungsanlage CleanLine

Die Anlage verarbeitet zwölf Reinigungskörbe pro Stunde. Für diese konkrete Anwendung wird die WetEx-Vakuumtrocknung eingesetzt. Dieses Trocknungsverfahren wurde in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut in Braunschweig (D) entwickelt und garantiert eine perfekte, fleckenfreie Trocknung, auch in Sacklöchern. Jede Charge wird durch die Steuerungssoftware automatisch mit einem Datenblatt bescheinigt, welches die Einhaltung des Reinigungsprozesses und der Reinigungsparameter bestätigt. Somit können Verfahrensschritte, Funktionen (z. B. Ultraschall, Korbrotation etc.) und die DI-Wasserqualität gespeichert und ausgedruckt werden.

Reinigungsanlage EgaClean 4200

Die Firma Vallotech in Vallorbe (Schweiz) ist Automobilzulieferer und produziert gespritzte Polymerteile aus Duroplast, welche für PKW-Kraftstoffpumpen verwendet werden. Nach dem Läppen sind diese Teile durch Mineralöl, Petroleum, Partikel und Additive verunreinigt. Die Teilegeometrie und der hohe Schmutzeintrag verlangen eine effiziente und qualitativ gleich bleibende Reinigung. Da das
Reinigungsmittel mit der bisher verwendeten, wasserbasierten Reinigungsanlage durch den Öleintrag schnell gesättigt wurde, verursachte diese ein hohes Abwasservolumen. Die Mehrwannenanlage wurde durch eine EgaClean 4200, eine A3-Lösemittel-Reinigungsanlage (Isoparaffin, nicht halogeniertes Lösemittel) von Amsonic, ersetzt.

Das Basisreinigungsprogramm besteht aus folgenden Prozessschritten:

• Arbeitstank (Vorreinigung): Ultraschall, Mikrofiltration

• Reintank (Destillat): Ultraschall, Fluten

• Dampfphase

• Trocknung



Zykluszeit: ca. 14 Minuten

Das Lösemittel wird unter Vakuum (100 mbar) auf ca. 65°C erwärmt. Die Bewegungsart der Reinigungskörbe kann programmiert werden (oszillieren, rotieren oder statisch).

Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz

Im Vergleich mit Reinigungsanlagen basierend auf chlorierten Lösemitteln, weist die EgaClean von Amsonic eine sehr günstige Ökobilanz auf. Die A3-Technologie hat somit
einen breiten Marktanteil gewonnen und bietet eine Alternative zur Reinigung mit Per- oder Trichlorethylen. Das vollständige Recycling des Lösemittels garantiert die gleich bleibende Qualität und hohe Wirtschaftlichkeit des Verfahrens. Diese Technologie wird auch zur Teilereinigung vor galvanischen Verfahren sowie vor der PVD-/CVD-Beschichtung verwendet.

In der EgaClean können alle Lösemittel der A3-Klasse verwendet werden. Bei Verunreinigungen durch Mineralöl wird Isoparaffin eingesetzt. In der Elektronikindustrie hingegen werden modifizierte Alkohole benutzt, da sie optimal zur Reinigung von Leiterplatten nach dem Lötprozess geeignet sind.

Resümee

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Reinigungstechnologien gezielt eingesetzt werden müssen. Die wasserbasierte Reinigung ist insbesondere für die Abreinigung von polarem Schmutz bei geringem Öleintrag geeignet. Sie gewährleistet einen sehr hohen Reinheitsgrad. Wenn das zu reinigende Material korrosionsanfällig ist, müssen bei dieser Reinigungsmethode gewisse Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden, z. B. die Anwendung von Korrosionsinhibitoren in den Reinigungsmitteln und Spülbädern.

Bei unpolarem Schmutz, wie z. B. Schneidölen, wird vorzugsweise die A3-Technologie eingesetzt. Diese ist nicht toxisch und bietet einen guten Korrosionsschutz. Es gibt somit keine allgemein gültige Reinigungslösung und das Zusammenwirken von Schmutz und Material muss sorgfältig geprüft werden, bevor man die eine oder andere Technologie wählt.

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