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EMO - Kombinierte Teilereinigungsanlagen gewährleisten beste Reinigungsergebnisse


Flexibel nach allen Seiten. Das Nitrieren ist geradezu prädestiniert für verzugsempfindliche Bauteile, die hohe Oberflächenhärten benötigen. Allerdings stellt das Verfahren höchste Anforderungen an den Sauberkeitsgrad der zu behandelnden Teile.

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Geringste Verunreinigungen genügen und Ausschuß ist programmiert. Um solche Probleme auszuschließen, hat ein führender Dienstleistungsbetrieb für Wärme- und Oberflächenbehandlung in innovative Hightech-Teilereinigungsanlagen investiert — die Ergebnisse lassen aufhorchen.


Die Schwäbische Härtetechnik Ulm, kurz SHU, beschäftigt derzeit rund 450 Mitarbeiter und zählt zu den größten Dienstleistern dieses Marktes in der Bundesrepublik. Das Unternehmen bietet ein breites Spektrum an Oberflächenveredelungs- und Wärmebehandlungsverfahren. Die Kunden kom-men größtenteils aus der Automobil- und deren Zulieferindustrie, weitere stammen aus dem Bereich allgemeine Industrie. Wer für die Automobilindustrie arbeitet, muss die höchsten Qualitätshürden meistern. Entsprechend verfügt SHU über die derzeit relevanten Qualitäts- und Umweltzertifikate DIN EN ISO 9001, DIN EN ISO 14001, ISO TS 16949 und eine Validierung nach EMAS II.

In letzter Zeit konnte SHU eine permanent steigende Nachfrage nach dem Wärmebehandlungsverfahren Nitrieren feststellen. Was es damit auf sich hat, erklärt Dipl.-Ing. Franz König, zuständig für Oberflächentechnik und Umweltschutz bei SHU: "Das Nitrieren ist aufgrund der niedrigen Temperaturbereiche geradezu prädestiniert für die Behandlung verzugs-empfindlicher Teile, die eine hohe Oberflächenhärte benötigen. Das Problem dabei: Die Teile müssen höchsten Anforderungen in punkto Sauberkeit genügen, ansonsten produziert man beim Nitrieren schnell Ausschuss. Mit unseren vor-handenen Teilereinigungsanlagen auf wässriger Basis waren oft nur sehr schwer befriedigende Ergebnisse zu erzielen."

Gefragt waren Reinigungsanlagen, die sowohl mit
Ölverunreinigungen der Teile fertig würden, als auch mit aufgetrockneten Waschrückständen aus vorangegangenen Vorreinigungsprozessen beim Kunden. "Die Suche nach einem geeigneten Reinigungsverfahren gestaltete sich im großen Anbieterfeld für Reinigungsanlagen anfangs relativ schwierig. Erst als wir von einer befreundeten Betriebshärterei auf EMO Oberflächentechnik und deren VAIOCS - Anlagen aufmerksam gemacht wurden, zeichnete sich eine Lösung ab", so Franz König.

Und in der Tat zeigte sich bereits nach ersten Reinigungsversuchen vor Ort bei dem Brettener Reinigungsspezialisten EMO, dass selbst höchste Anforderungen an den Sauberkeitsgrad zu erfüllen waren. Warum, erklärt EMO-Geschäftsführer Wolfgang Müller: "Die generell steigenden Anforderungen an den Sauberkeitsgrad von Teilen hatten uns vor einiger Zeit dazu veranlasst, unsere bekannten VAIOCS - Lösemittel- Anlagen um wässrige Reinigungsstufen zu ergänzen, so dass wir heute kombinierte Reinigungsanlagen im Programm haben, mit denen wir beste Reinigungs-ergebnisse in einer einzigen Anlage erzielen. Mit diesen Anlagen waren auch die sehr hohen Anforderungen des Dienstleistungsbetriebs SHU zu meistern."

Kombinierte VAIOCS-Anlagen und ihre Funktionsweise


Die 1996 von EMO entwickelte VAIOCS-Technologie erlaubte erstmals den Einsatz chlorierter Kohlenwasserstoffe, Kohlenwasserstoffe und modifizierter Alkohole in ein und derselben Anlage. Diese Anlagentechnik eignet sich auch für Anwender, die auf den Einsatz von CKW verzichten wollen, aber dennoch beste Reinigungsergebnisse mit höchstem Sauberkeitsgrad erwarten. Um solch hohe Ansprüche bei der Reinigung mit Kohlenwasserstoffen und modifizierten Alkoholen zu erreichen, arbeiten die EMO-Anlagen mit einem erhöhten Temperaturniveau, das über dem eigentlichen Flammpunkt dieser Reinigungsmedien der Klasse A III liegt. Brand- und Explosionsgefahren sind dabei trotzdem sicher ausgeschlossen, da der komplette Reinigungsprozess unter Vakuum in einer Niederdruckatmosphäre von rund 100 mbar abläuft. Die Bezeichnung VAIOCS für Vacuum Assisted Inorganic
Organic Cleaning System weist darauf hin. Das erhöhte Temperaturniveau sorgt nicht nur für beste Entfettungsergebnisse, sondern auch für eine schnelle und rückstandsfreie Trocknung.

An dem Funktionsprinzip hat sich bei den Anlagen der neuesten Generation nichts geändert, nur dass diese jetzt auch um wässrige Reinigungsschritte erweiterbar sind. Der Anwender kann dabei wässrige und lösemittelhaltige Reinigungsstufen beliebig kombinieren, die komplette Reinigung läuft weiterhin unter Vakuum ab. Damit sind die Anlagen wahre Multitalente, die sich für die Prozessschritte Entfetten, Reinigen, Trocknen und Konservieren und allen möglichen Kombinationen daraus gleichermaßen eignen.

"Die Ergebnisse aus den Probereinigungen bei EMO mit den kombinierten VAIOCS-Anlagen fielen zu unserer vollsten Zufriedenheit aus. Nachdem geklärt war, dass EMO solche Anlagen auch im großtechnischen Maßstab bauen konnte, entschloss sich unser Firmeninhaber Hugo Burgmaier spontan zum Kauf zweier Anlagen", bringt Franz König die Entscheidung auf den Punkt. Ebenso kurzfristig wie die Entscheidung fiel, sollte die erste Anlage auch in Betrieb gehen. Dabei gehören die Anlagen zu den größten ihrer Art, die jemals von EMO gebaut wurden. "Bestellt wurden die Anlagen im Oktober 2001, die erste ging bereits im Januar 2002 in Betrieb", erinnert sich Wolfgang Müller.

Rekordverdächtig: Dimension und Durchsatz der Anlagen


Die gelieferten Anlagen markieren heute den neuesten Stand der Technik. Dabei gibt es nichts, was es nicht gibt. Ob Tauchentfetten mit Ultraschallunterstützung, Dampfentfetten, Trocknen, wässrig Reinigen oder Konservieren - dem Anwender steht nahezu das gesamte Spektrum der industriellen Teilereinigung offen. Die jeweiligen Reinigungsstufen können durch Schwenken der Warenkörbe mechanisch unterstützt werden. In den Lösemittelstufen kommt der modifizierte Alkohol Dowclene 1601 zum Einsatz, ein Produkt, das beste Reinigungsergebnisse garantiert.

Allein
die Dimensionen der beiden Anlagen bei SHU sind beeindruckend: sechs Meter lang, über vier Meter breit und fünf Meter hoch. "Das sind so ziemlich die größten Anlagen, die wir jemals gebaut haben. Allein die Warenkorbabmessung beträgt 1.800 x 900 x 950 Millimeter in Länge, Breite und Höhe, das maximale Chargengewicht liegt bei 2.500 Kilogramm", erklärt EMO-Cheftechniker Peter Hösel nicht ohne Stolz. "Die Anlage arbeitet mit drei unterschiedlichen Tanks für Lösemittel, wässrigen Reiniger und Konservierungsmittel. Gereinigt wird in einer einzigen Behandlungs-kammer, zu Vermischungen der Reinigungs- und Konservierungsmedien darf es dabei keinesfalls kommen. Um dies zu gewährleisten, bedarf es einer ausgeklügelten Verfahrenstechnik."

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Wirft man einen Blick in die neuerrichtete Halle bei SHU erklären sich die Dimensionen der Anlagen von selbst. Immerhin sind die beiden Teilereinigungsanlagen acht großen Nitrieröfen neuester Bauart vorgeschaltet. Die kompletten Anlagen sind fest vernetzt, alle relevanten Informationen laufen auf einen Leitrechner auf. Die Beschickung von Reinigungsanlagen und Nitrieröfen geschieht leitrechnergesteuert und vollautomatisch über einen Uni-Lader. Gearbeitet wird rund um die Uhr im Dreischichtbetrieb an 365 Tagen im Jahr. "Wärmebehandlung lässt sich eben nur dann wirtschaftlich betreiben, wenn die Anlagen rund um die Uhr ausgelastet sind", so König.


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Problemloser Betrieb — hervorragende Reinigungsergebnisse


Probleme mit dem Sauberkeitsgrad der Teile kennt Franz König seit Inbetriebnahme der EMO-Anlage nicht mehr: "Für den Nitrierprozess müssen die Teile absolut fett- und salzfrei sein, ansonsten lässt sich keine homogene Nitrierschicht erzeugen. Dabei können wir uns auf die Reinigungsanlagen hundertprozentig verlassen. Die Ergebnisse reichen von sehr gut bis phantastisch. Entsprechend vorbildlich ist denn auch die Qualität der bei uns nitrierten Teile."

Heute - nach gut einem Jahr Erfahrung mit den Anlagen - sind unterschiedliche Reinigungsprogramme für unterschiedlich ver-schmutzte Teile hinterlegt. Aufgrund ihrer Erfahrung wählen die Anlagenbediener das passende Programm, um die Teile in kürzester Zeit zu reinigen. Besonders einfach zu reinigen sind Teile, die ausschließlich mit Stanzöl beaufschlagt sind. Hier läuft das kürzeste Programm, es wird ausschließlich mit Dowclene gereinigt, eine wässrige Zwischenreinigung kann komplett entfallen. Nach 30 Minuten verlassen die Teile blitzblank die Behandlungskammer. Gilt es mit hartnäckigen Emulsionen verunreinigte Teile zu reinigen, ist zuweilen das umfangreichste Reinigungsprogramm zwingend - macht insgesamt 80 Minuten Behandlungszeit. Zuweilen durchlaufen die Teile nach dem Nitrieren erneut die Teilereinigungs-anlagen, und zwar immer dann, wenn vor der Rücksendung zum Kunden noch eine Konservierungsschicht aufzubringen ist.

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Aber nicht nur in Sachen Reinigungsergebnis und -zeiten werden Bestleistungen gefordert, auch die Verfügbarkeit der Anlagen muss hundertprozentig gewährleistet sein. "Wir produzieren rund um die Uhr - Ausfälle können wir uns dabei nicht leisten. Und ein Ausfall der Reinigungsanlagen würde zwangsläufig zu einem Produktionsstopp führen. Deshalb muss die Anlagenverfügbarkeit bei uns nahe 100 Prozent liegen. Bei Problemen steht der Service-Techniker von EMO Oberflächentechnik immer zur Verfügung", erklärt Franz König.

Selbst in seiner Funktion als Umweltbeauftragter ist Franz König mit den VAIOCS - Anlagen zufrieden, sind diese doch ökologisch absolut auf dem Stand der Zeit. Sie arbeiten nahezu abwasser- und abluftfrei. Die Reinigungsmedien werden möglichst verlustfrei im Kreislauf geführt. Permanente Pflege der Reinigungsflüssigkeiten durch Filtern und Destillieren sorgt für lange Standzeiten und sichert einen wirtschaftlichen und umweltgerechten Betrieb.

http://www.emo-ot.de/